„Impulse für den Mittelstand“ – Diskussion auf breiter Basis

09.09.2020

„Nach dem historischen Tief zu Beginn der Corona-Krise haben sich die Einschätzungen der Unternehmen nach einer Umfrage der IHK wieder leicht verbessert. Aber noch immer leiden viele Branchen unter den Beschränkungen, haben die Schließungen tiefe Spuren hinterlassen. Deshalb ist es mir wichtig, bereits frühzeitig dazu beizutragen, weitere strukturelle Verbesserungen für die Wirtschaft an Schlei und Ostsee zu erreichen und diese schwierige Situation auch zur Stärkung der zukünftigen Rahmenbedingungen zu nutzen. Nach vielen Kontakten mit Betrieben, nach Austausch mit Wirtschaftsverbänden, der IHK, der Ostseefjord Schlei oder der Kreishandwerkerschaft habe ich die wesentlichen Forderungen in einem Positionspapier „Impulse für den Mittelstand an Schlei und Ostsee“ zusammengefasst, das ich gerne der Landesregierung übergeben werde“, so der CDU-Landtagsabgeordnete Johannes Callsen.

In dem Papier geht es nicht nur um zielgerichtete Hilfen für Unternehmen – insbesondere in Branchen, die noch unter Beschränkungen leiden – etwa durch Verlängerung und Erhöhung der Überbrückungshilfen, sondern auch um die Beschleunigung von Verwaltungs- und Genehmigungsverfahren. „Corona hat gezeigt, dass schnelle Entscheidungen möglich sind – diese Erfahrung müssen wir zur Unterstützung der Wirtschaft mit in die Zukunft nehmen“, so Johannes Callsen. Die Erweiterung und Ansiedlung passender Betriebe müsse in allen Gemeinden möglich sein, für die Innenstädte seien Konzepte und Förderprogramme zur Attraktivitätssteigerung und Stärkung des Einzelhandels nötig.

Der Wissens- und Gesundheitsstandort Schleswig müsse, so Callsen, weiter ausgebaut werden, etwa durch Unterstützung einer dezentralen innovativen Forschungsreinrichtung Schleswig-Holstein auch mit Standort Schleswig. Elementar sei die weitere konsequente Sanierung der Infrastruktur, der Neubau der Schleibrücke Lindaunis und die rechtzeitig Fertigstellung der Rader Hochbrücke. „Denn ansässige und ansiedlungsinteressierte Betriebe brauchen Planungssicherheit und Vertrauen in den Wirtschaftsstandort, es darf keine Verkehrslücke über den Nord-Ostsee-Kanal entstehen“, betont Johannes Callsen. Neben der Stärkung von Mobilität in der Region (etwa E-Mobilität und Wasserstoff) ginge es auch um Investitionen in die touristische Infrastruktur.

Bundeskanzlerin Merkel hatte beim EU-Gipfel 650 Mio. Euro zusätzlich für die ländliche Entwicklung herausgeholt. „Dies muss jetzt so geregelt werden, dass auch die Region an Schlei und Ostsee hiervon profitiert. Die Aktiv-Regionen können dabei eine wichtige Katalysator-Rolle für innovative und strukturfördernde Projekte in Stadt und Land übernehmen“, so Johannes Callsen.

Da derzeit nur sehr beschränkt Veranstaltungen durchgeführt werden können, sind neben den Wirtschaftsorganisationen alle Mitglieder an Schlei und Ostsee aufgerufen, sich bis 30. September mit weiteren Anregungen in die Diskussion einzubringen.