Nur eine gute Qualität der Dienstleistungen...

19.10.2015

Callsen: Nur eine gute Qualität der Dienstleistungen kann den Binnenmarkt und die Innovationsstärke in Europa wirklich unterstützen.

Einer der Tagesordnungspunkte der letzten Landtagssitzung war die Stärkung der Freien Berufe in Schleswig-Holstein. Der CDU-Wirtschaftsexperte Johannes Callsen begründete den gemeinsamen Antrag (Link siehe unten) von CDU und FDP. Dabei legte er Wert darauf, dass die hohe Qualität der Freien Berufe bzw. der freiberuflichen Dienstleistungen auch bei einer Vereinheitlichung der Systeme in Europa erhalten bleiben müsse.

„Sie stehen als Ärzte, Hebammen, Psychologen, Rechtsanwälte, Wirtschaftsprüfer, Ingenieure, Architekten, Journalisten, Wissenschaftler und viele weitere Berufssparten für eine Kultur von Unternehmertum, für gesellschaftliche Verantwortung und Leistungsbereitschaft. Sie tragen mit ihren hohen Standards zur Wirtschaftskraft in Schleswig-Holstein, Deutschland und Europa bei“, erklärt Callsen.

Er forderte, dass die Landesregierung sich in Brüssel und Berlin dafür einsetze, dass das bestehende System der Gebühren- und Honorarordnung bzw. das Vergütungssystem grundsätzlich erhalten bleibt. Dadurch soll auch zukünftig eine qualitativ hochwertige Leistungserbringung zu transparenten Preisen möglich sein.

Zusätzlich setze sich die Union dafür ein, dass das Fremdkapitalverbot für die Freien Berufe nicht infrage gestellt werde. „Sonst wäre die Unabhängigkeit der Freien Berufe nicht mehr gegeben und das Vertrauen der Bürgerinnen und Bürger in die Arbeit der Freien Berufe schwer beschädigt“, befürchtet der wirtschaftspolitische Sprecher.

Hintergrund der Debatte war, dass die europäische Kommission der Meinung ist, dass in Deutschland Markthindernisse und Hürden existierten, die der Erbringung freiberuflicher Dienstleistungen im Wege stünden.
In Schleswig-Holstein gebe es rund 43500 selbstständige Freiberufler, die über 84000 Mitarbeiter und 4400 Auszubildende beschäftigen. Sie erwirtschaften 10 Prozent des Bruttoinlandsprodukts und bildeten deutschlandweit den drittgrößten Ausbildungsbereich.
Somit stellten die Freien Berufe einen wichtigen Wachstums- und Beschäftigungssektor dar.