Kleiner „Angeliter Agrargipfel“ in Gelting

25.07.2016

Während in Brüssel die EU-Agrarminister über die Situation der Landwirtschaft berieten, fand in Gelting ein kleiner „Angeliter Agrargipfel“ statt: Der CDU-Landtagsabgeordnete Johannes Callsen hatte die Kreisvorsitzenden, Ortsvertrauensleute und Bezirksvorsitzenden des Bauernverbandes im Landtagswahlkreis Schleswig zu einem Meinungsaustausch über die aktuelle Lage eingeladen. Mit dabei: Der agrarpolitische Sprecher der CDU-Landtagsfraktion, Heiner Rickers. Beide legten ein klares Bekenntnis zu einer leistungsfähigen Landwirtschaft und ihren guten Produkten ab. Angesichts der aktuellen Preiskrise gelte es, der Landwirtschaft den Rücken zu stärken und deutlich zu machen, das die bäuerlichen Betriebe nicht nur für den ländlichen Raum eine große Bedeutung haben, sondern auch für die vor- und nachgelagerten Wirtschaftsbereiche, so Callsen und Rickers. „Nicht nur für die Landwirtschaft, auch für die CDU gilt es, angesichts des veränderten Verbraucherbewusstseins neue Wege zu beschreiten“, sagte Rickers mit Blick auf das von der CDU-Landtagsfraktion vorgestellte Positionspapier zur Landwirtschaft.

Die Kreisvorsitzenden der Kreisbauernverbände Schleswig und Flensburg, Klaus-Peter Dau und Karen Franzen, machten deutlich, dass die finanzielle Lage auf vielen Höfen bedrohlich sei. Es gebe aber Anzeichen, dass der Milchpreis nicht weiter sinken werde. Der Druck auf den Exportmärkten, auch die Sanktionen gegenüber Russland, sowie die Überproduktion habe zu Preiseinbrüchen bei den landwirtschaftlichen Produkten – nicht nur der Milch – geführt. Staatliche Mengenregulierungen, darin war sich die Runde allerdings einig, seien der falsche Weg. Es gelte, die Wettbewerbsfähigkeit der Landwirtschaft zu stärken und Liquiditätsengpässe mit Hilfsprogrammen zu flankieren, um die aktuelle Krise zu überwinden. Hierbei müsse auch der Lebensmittel-Einzelhandel eingebunden werden.

Zur Entlastung der Landwirtschaft wurden zudem der Abbau von Bürokratie oder steuerliche Regelungen wie die Verlängerung des Verlustvortrages diskutiert. Um auf dem Weltmarkt bestehen zu können, dürften die Auflagen nicht wettbewerbsverzerrend sein, Betriebe müssten Planungssicherheit haben. Es gelte, die gesellschaftliche Akzeptanz für die bäuerliche Landwirtschaft zu stärken. Dabei spiele auch die Berücksichtigung von Verbraucherwünschen eine besondere Rolle. Regionale Produkte oder Nischenprodukte wie etwa Weidemilch seien kein Allheilmittel, könnten aber vereinzelt zu neuen Absatzmöglichkeiten beitragen. Hinzu komme die Wertschätzung für gute Lebensmittel, die etwa durch Nahrungsmittelunterricht in Schulen gefördert werden könne.

Johannes Callsen lobte in diesem Zusammenhang das Engagement von Thomas Asmussen, der seinen über 50 Hektar großen Betrieb immer wieder für Schulklassen öffne, und damit einen wichtigen Beitrag für die Akzeptanz der Landwirtschaft und für gesunde Lebensmittel leiste.