Johannes Callsen, MdL, zum Niederdeutsch-Institut:

09.06.2016

Johannes Callsen, MdL, zum Niederdeutsch-Institut: Landesregierung darf niederdeutsche Sprache nicht vernachlässigen

In einem Brief an Kulturministerin Anke Spoorendonk hat der Schleswiger CDU-Landtagsabgeordnete Johannes Callsen daran appelliert, dass sich Schleswig-Holstein auch zukünftig an der Finanzierung des Instituts für niederdeutsche Sprache (INS) in Bremen beteiligt. Nach Presseberichten wollen die vier Bundesländer Schleswig-Holstein, Hamburg, Niedersachsen und Bremen die finanzielle Förderung für das Niederdeutsch-Institut einstellen.

Johannes Callsen erinnerte dabei insbesondere an die Unterstützung durch das INS, als es in den 90er Jahren um die Aufnahme des Niederdeutschen in die EU-Charta der Regional- und Minderheitensprachen ging. „Heute geht von Ihrer Entscheidung nicht nur eine Existenzbedrohung für das Niederdeutsch-Institut aus, sondern ich werte dies auch als eine Missachtung der EU-Charta durch die Landesregierung“, so Callsen, der der kulturellen Arbeit im Landesteil Schleswig eng verbunden ist.

Viele Menschen, die in der Region in Kultur und Niederdeutsch ehrenamtlich aktiv sind, hätten kaum Verständnis für den Eindruck, dass die Landesregierung mit dieser Entscheidung die Förderung der niederdeutschen Sprache offensichtlich reduziert, während die Landesregierung aus SPD, Grünen und SSW die Förderung der friesischen und dänischen Kulturangebote in den letzten Jahren stetig erhöht habe. „Für eine solche Ungleichbehandlung habe auch ich kein Verständnis. Ich appelliere daher, dass die wichtigen Themen, die das INS seit Jahren erfolgreich besetzt, auch zukünftig von der Landesregierung unterstützt werden“, so Callsen abschließend.