Johannes Callsen beim Neujahrsempfang in Dannewerk

09.01.2020

Die Gemeinde Dannewerk lädt immer zu Beginn eines Jahres alle ehrenamtlich Aktiven aus der Gemeinde zu einem Neujahrsempfang ein. In diesem Jahr hatte man den Landtagsabgeordneten Johannes Callsen gebeten, in seinem Grußwort auf das Thema „Unser Dorf hat Zukunft“ einzugehen.

Zunächst blickte Callsen auf das vergangene Jahr zurück. Die Höhepunkte des Jahres waren für ihn der Besuch der dänischen Königin am Danewerk und das Fest aus Anlass der Ernennung des Danewerkes und Haithabus zum Weltkulturerbe. „Besondere Bedeutung haben das Danewerk und die Waldemarsmauer, vor allem als deutsch-dänisches Kulturdenkmal. Hier verbinden sich Geschichte, Gegenwart und Zukunft, von wechselhafter Geschichte zwischen Schleswig-Holstein und Dänemark zu einem freundschaftlichen Verhältnis zwischen Mehrheit und Minderheit und einzigartiger kultureller Vielfalt“, hob Callsen hervor.

Der Abgeordnete dankte Bürgermeisterin Anke Gosch für ihren großen ehrenamtlichen Einsatz nicht nur als Bürgermeisterin, sondern auch als ehrenamtliche Standesbeamtin. „Wer Anke Gosch hierbei erlebt, weiß, dass sie dieses Engagement im Herzen trägt und sich leidenschaftlich dafür einsetzt, das kulturelle Erbe für die Zukunft ihrer Gemeinde zu nutzen.“

„Das kulturelle Erbe strahlt auf den Tourismus und das Selbstbewusstsein der Gemeinde und der Region aus und sorgt so für ein attraktives Lebensumfeld, wo sich auch dringend benötigte Fachkräfte wohlfühlen. Damit ist schon ein großer Teil Zukunft für Dannewerk gesichert. Die Landesregierung hat mit der Vorlage des neuen Landesentwicklungsplanes einen wichtigen Schritt getan, um dieses Potential weiter nutzen zu können. Insbesondere die wohnbauliche Entwicklung und neue Wohnbaukontingente sind für das Wachstum in den Gemeinden wichtig und wenn in Zukunft wieder der Grundsatz gilt, dass wirtschaftliche Entwicklung in allen Gemeinden möglich sein soll, also ortsansässige Betriebe sich erweitern und passendes Gewerbe sich ansiedeln kann, dann mache ich mir um die weitere Entwicklung des ländlichen Raumes keine Sorgen“, führte Callsen weiter aus.

„Auch bei den wichtigen und notwendigen Regelungen zum Klimaschutz, die die Bundesregierung jetzt vorgelegt hat, heißt es, den ländlichen Raum und seine Zukunft im Blick zu haben. Deshalb sind für die Menschen in den Dörfern eine Erhöhung der Pendlerpauschale und andere Kompensationen so wichtig. Aber auch ein Ausbau des ÖPNV, um moderne Mobilität auch in den Dörfern zu sichern, darf nicht fehlen“, forderte der Abgeordnete. Die Landwirtschaft sei in den Dörfern ein wichtiger Stabilitätspfeiler und brauche gute Rahmenbedingungen für ihre Wettbewerbsfähigkeit.

„Dannewerk, aber auch viele andere ländliche Gemeinden, sind geprägt von einem regen Vereinsleben, insbesondere auch durch Gilden, die traditionell bei uns eine große Rolle spielen. Deshalb muss man sich hier wohl keine Gedanken um die Zukunft machen. Aber mich erfüllt es schon mit Sorge, wenn ich immer mal wieder lese, dass Vereine aufgeben müssen, weil sie keinen Nachwuchs oder keine Menschen finden, die Verantwortung übernehmen wollen. Ich glaube, die Menschen sind so kreativ und so ideenreich und wollen sich engagieren. Sie haben aber Scheu vor zu viel Bürokratie oder dauerhafter Verantwortung. Hier müssen wir ständig daran arbeiten, das Ehrenamt zu erleichtern. Vielleicht müssen wir auch über Strukturen nachdenken, die die administrativen Aufgaben der Vereine eher gebündelt wahrnehmen, vielleicht auch durch hauptamtliche Mitarbeiter. Ich denke hier zum Beispiel an die Ortskulturringe, die gerade bei uns verbreitet sind und die vor Jahrzehnten ein breites kulturelles Angebot und Möglichkeiten der Weiterbildung anboten haben. Vielleicht könnten sie sozusagen neu erfunden werden als Koordinierungsstellen für mehrere ehrenamtliche Vereine. Das könnte die Ehrenamtler entlasten und das Ehrenamt in den Dörfern sichern“, so Callsen abschließend.