Handwerk: Meistergründungsprämie steigert Attraktivität der Selbständigkeit

31.01.2019

„Für das Handwerk im Kreis Schleswig-Flensburg ist die Einführung der Meistergründungsprämie eine wichtige Weichenstellung, mit der die Gründung oder die Übernahme eines Meisterbetriebes mit bis zu 10.000 Euro finanziell gefördert wird“, erklärten Kreishandwerksmeister Hans Christian Langner und der Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Randolf Haese nach einem Gespräch mit dem CDU-Landtagsabgeordneten Johannes Callsen, in dem der Abgeordnete über die von der Landesregierung geplante Meistergründungsprämie informiert hatte.

Die Hälfte der Betriebsinhaber im Bereich der Handwerkskammern Lübeck und Flensburg sind älter als 50 Jahre. Wenn nichts passiert, um die Attraktivität der Selbständigkeit zu steigern, drohen zahlreiche Betriebsaufgaben. Die finanzielle Förderung, die mit der Meistergründungsprämie gewährt wird, solle deshalb zur Neugründung oder Übernahme eines Handwerksbetriebes motivieren, so Johannes Callsen. „Dies stärkt die Unternehmensgründung und das Fachkräftepotential im Handwerk auch in der Schleswiger Region“, hob Callsen hervor.

Schleswig-Holstein fördert mit der Einführung der Meistergründungsprämie die erstmalige Gründung beziehungsweise Übernahme eines Handwerksmeisterbetriebs nach einem Zweistufenmodell mit maximal 10.000 Euro (7500 Euro Basisförderung, 2500 Euro Folgeförderung), so Callsen weiter. Dafür stellt das Land im Jahr 2019 erstmalig eine Million Euro zur Verfügung. In den nächsten Jahren steigt die Summe dann auf knapp drei Millionen Euro jährlich.

„Die CDU-geführte Landesregierung setzt mit der Einführung der Meistergründungsprämie ihre mittelstandsfreundliche Politik fort. Andere Bundesländer sind diesen Weg längst vor uns gegangen. Es ist deshalb gut, dass die Jamaika-Koalition in Schleswig-Holstein jetzt diese Unterstützung für unser Handwerk beschlossen hat“, freut sich Callsen, der sich in den Koalitionsverhandlungen dafür eingesetzt hatte.

Ein weiteres Ziel ist die Sicherung vorhandener sowie die Schaffung neuer Arbeitsplätze im Handwerk. Die Förderung ist deshalb auf Meisterbetriebe begrenzt, da diese nach der Betriebsneugründung eine deutlich höhere Überlebenswahrscheinlichkeit haben und zudem als Ausbildungsbetriebe für den Nachwuchs sorgen.

„Von insgesamt 2600 Unternehmen, die sich im Jahr 2011 in die Handwerksrolle eingetragen haben, waren fünf Jahre später nur noch 64 Prozent am Markt. Bei Gründungen mit Meisterbrief dagegen existierten heute noch 86 Prozent der Unternehmen“, erläuterte Callsen: „Wir wollen mit der Meistergründungsprämie gerade junge Menschen motivieren, auf diese Weise unternehmerische Verantwortung zu übernehmen.“

„Gerade die Meisterbetriebe tragen die Ausbildungsleistung im Handwerk“, so Hans Christian Langner und Randolf Haese. Sie hoffen, dass mit Unterstützung der Meistergründungsprämie langjährige Handwerksbetriebe, die Probleme bei der Unternehmensnachfolge haben, dadurch eine Perspektive für die Zukunft bekommen, denn dies trage auch zu einem lebendigen Wirtschaftsleben im ländlichen Raum bei.

Bildunterschrift: Der CDU-Landtagsabgeordnete Johannes Callsen (Mitte) informiert Kreishandwerksmeister Hans Christian Langner (links) und Geschäftsführer Randolf Haese (rechts) über die neue Meistergründungsprämie.